Shanghai bringt's auch nicht mehr


Inzwischen sind etwa die Hälfte aller Leute, die man so kennt, zumindest ein paar Wochen im Monat in Shanghai unterwegs. Sei es, um die Beleuchtung eines neuen Hochhauses zu gestalten, die Unterwäschefirma eines Onkels auf Vordermann zu bringen, Luxusapartments zu bauen oder eine Restaurantkette hochzuziehen, deren kulinarische Hauptthemen Texmex und Sushi sind.

Zhu hingegen hat die Nase voll von Shanghai. Er verdient dort bereits seit sechs oder sieben Jahren recht gutes Geld mit einer kleinen Werbeagentur. Nebenbei betreibt er noch eine Galerie, und zusammen mit einem einheimischen Freund auch eine Bar mit Bühne und Tanzfläche im ehemaligen französischen Konzessionsviertel.

Die war anfangs jeden Tag gestopft voll mit "…den spannendsten Leuten, die Du Dir vorstellen kannst“, erzählt Zhu, "…Künstler, Kreative, Gangster, Musiker…, die ganze Posse. Und die Jam Sessions, die wir da hatten, waren legendär."

Jetzt sei der Laden zwar immer noch voll, aber vor allem mit Westlern, Honkies und Taiwanern mit dicken Brieftaschen, und „ist ja logisch....", mit vielen chinesischen Fräuleins , die dicke Brieftaschen mögen. . "Schlimmer als im Ziggazagga damals, ich sags Dir, viel viel schlimmer! Die Mädels in Shanghai haben's einfach besser drauf. Die sind deutlich zielorientierter, schöner, vor allem aber schlauer als die Trampel hier. Ich sollte Provision nehmen, echt jetzt, aber als Zuhälter seh ich mich nun mal nicht".

Zhu will nun "mal checken, was in Chongqing noch so geht". Ein schwuler Jazz-Club, vielleicht...


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