Czupallas Zorn

Warum ich gegen Kunstkurse für talentfreie Hausfrauen bin, ist schnell erklärt. Hätte Mutter nicht der kreative Wahn ereilt, beziehungsweise das was Fachleute mittlerweile ESO (Erworbene Stillleben-Obsession) nennen und jeden freien Fleck im Stadthaus mit ihren Bildchen vollgehängt, würde sie noch leben. Marcel säße nicht wegen Brandstiftung in der JVA Celle, unser Familienvermögen wäre nicht konfisziert, und ich nicht angewiesen auf Fischke, Unterbach & Czupalla.

Wer zuerst auf die Idee kam, die Kanzlei unter einem Akronym firmieren zu lassen, ist im Nachhinein nicht mehr zweifelsfrei festzustellen. Ich jedenfalls war es nicht. Auch wenn inzwischen Hunderte von Referendaren ihren rechten Arm dafür geben würden, kostenlos bei Fischke, Unterbach & Czupalla arbeiten zu dürfen -- ich finde es peinlich, Visitenkarten verteilen zu müssen, auf denen FUC steht und Rechtsanwalt.

Vater nennt mich einen Ansteller. Er hat gut reden. Auf Mindanao könnte er mit seinem heimlich ins Trockene gebrachten Scherflein wahrscheinlich noch hundert Jahre länger den großen Max machen. Trotz dieser kostenintensiven Philipina, mit der er jetzt verheiratet ist. Carmen ist eine Großnichte von Imelda Marcos, hat einen ähnlichen Sammeltrieb und besitzt laut letzter, von Vater lachend durchgegebenen Zählung allein 1.430 Handtaschen.
Aber zurück zu der schrecklichen Hobbymalerei, die Mutter das Leben kostete und Marcels und meines ruinierte...

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